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Sonderfolge: Von einer Idee zum Masterfranchise mit mehreren Standorten.
Wie kommt man auf die Idee, im völlig übersättigten Markt “Fitnessstudios” ein neues Franchisesystem etablieren zu wollen, noch dazu ohne einschlägigen Fitness-Hintergrund?
Was sind die USPs? Wer ist die Zielgruppe?
Holger Temme von Circle Fit Deutschland
https://www.circle-fit.com/de/
Transkript:
Holger Temme: Ist eines dieser einzelnen USPs neu? Nein, da ist in der Fitnessbranche auch viel zu viel schon durchgetestet worden. Aber in der Konsequenz, all diese Punkte zusammenzubringen, es wirklich konsequent auf das 30 Minuten Ding zu bringen. Nein, nicht nebendran noch eine Freihantel Ecke zu haben und nein, nicht nebendran Noch eine große Cardio Ecke zu haben und Nein, eben das nicht mit einem Fitness Coach zu begleiten. Nein, voll digital. Aber in den Niederlanden haben die Studios alle weit über 300 Mitglieder. Es gibt eins, das hat auch noch wesentlich mehr als 500 da hat man es mal getestet, wann das Problem wirklich entsteht.
Klaus Mec: Servus und herzlich willkommen zur Goldgrube Franchise, dem objektiven und unabhängigen Podcast für alle, die sich für Geschäftsmodelle von Franchise Systemen interessieren. Apropos unabhängig, es soll doch tatsächlich Podcasts geben, die von ihren Gästen Geld verlangen. Doch wird dann auch noch kritisch hinterfragt. Mit dieser Episode starten wir ein Experiment, ein neues Format, eine Serie. Wir begleiten einen, wie man in Österreich zu sagen pflegt, gestandenen Unternehmer auf seinem Abenteuer von einer Idee zum Master Franchisenehmer mit mehreren Standorten. Heute im ersten Teil geht es um die Ouvertüre. Wie in diesem Podcast üblich, geht es aber auch schon jetzt um Zahlen, Daten und Fakten. Und nachdem das eine Serie ist, freuen wir uns sehr auf eure Fragen. Schickt uns einfach Mails an klaus@goldgrube-franchise.de Wir freuen uns aber genauso über Lob und Kritik.
Servus, lieber Holger Temme von Circle Fit. Lieber Holger, danke für deine Zeit. Wie kommt man auf die Idee, in einem aus meiner Sicht völlig übersaturierten Markt, wo wahrscheinlich ausschließlich Verdrängungswettbewerb stattfindet, starten zu wollen? Wir reden ganz konkret von Fitnesscentern. Gibt es an jeder Ecke gefühlt gibt es von groß bis klein, gibt es von personallos bis Personal Training? Was zur Hölle macht dir anders, dass dich so optimistisch stimmt, da erfolgreich zu werden?
>> Holger Temme: Erstmal hallo Klaus und danke, dass ich da dabei sein darf. Spannendes Format, da hast du recht. Und ich freue mich da schon über die nächsten Sessions, die wir da gemeinsam haben und ich so ein bisschen über meine Reise erzählen kann. Wie kommt man da drauf? Sehr gute Frage. Vor allen Dingen vielleicht dazu ein bisschen mein Background. Ich habe nichts mit Fitness zu tun. Ich habe irgendwann mal Informatik studiert. Und habe mich die letzten 25 plus Jahre eigentlich eher in der Softwareindustrie bewegt, bin Start up Founder gewesen in der Branche und daher bin ich in das Ganze eher ein bisschen durch Zufall reingerutscht. Das ist mal das erste, was man vielleicht sagen muss. Und zwar ein Freund von mir hat mich eher auf der unternehmerischen Ebene mal gefragt, ob ich ihn begleiten kann, Franchise Nehmer von einem anderen, wir müssen jetzt mal den Namen nicht nennen, größeren Fitnesskette zu werden, wirklich einfach nur so beratend ihm zu helfen bei steuerlichen Themen, bei Mitarbeiterthemen, all diese Sachen, die er vielleicht so seinem Background nicht alles hat. Und ich fand es ganz spannend, es war bei mir auch in einer Lebenssituation, wo ich gerade Zeit hatte, Lust hatte, mir neue Dinge anzuschauen, was ich sowieso ganz gerne mach. Und ja, so waren wir unterwegs und haben eigentlich Lokationen gesucht für so ein klassisches Fitnesscenter. Ich definiere das immer als, und das ist jetzt natürlich sehr, sehr vereinfacht gesagt, das Quadratmeter Studio, das ganz normale Fitnessstudio, das wir alle kennen, das im Industriegebiet irgendwo ist, wo alle Maschinen drin sind, auf, ich nenne es jetzt mal analoger Ebene nichts Besonderes. Naja, da habe ich festgestellt in dem Zuge, dass das gar nicht so leicht ist, dass zwar Bedarf ist. Du hast gerade gesagt, es ist ein saturierter Markt, finde ich nicht. Da habe ich schon gemerkt, es gibt ganz viele White Spots, Wenn man allein in Deutschland schaut, gibt es wirklich immer noch sehr, sehr viel. Ich komme aus dem süddeutschen Raum, lässt mein Dialekt vielleicht auch nicht ganz versteckt und da ist der Immobilienmarkt nicht sehr optimal für das 1000 Quadratmeter Fitnessstudio. Es ist einfach zu teuer, es gibt sehr wenig Immobilien und die, die es gibt, die werden sehr schnell weggeschnappt. Das heißt, dieses Unterfangen von meinem Freund, wo ich ja nur an der Seitenlinie war quasi, war auch nicht so erfolgreich, einfach aufgrund der Suche von Immobilien. Und natürlich bin ich so in dem Zuge auch ein bisschen an Informationen gekommen, was bedeutet das überhaupt. Auf der Investmentseite spricht man auch nicht von arg wenig Geld. Ich glaube, jeder, der sich da in der Branche bewegt, der weiß, man spricht über einen guten sechsstelligen Betrag, bis so ein Studio mal hoffentlich ein Break Even erreicht hat. Man muss Personal finden und all diese andere Sachen. Und da habe ich sehr viel gelernt, war eine spannende Zeit. Und dann kam der nächste Zufall und der war, ich hab Mittag gegessen mit einem ehemaligen Venture Capital Investor, der in meine letzte Software Firma investiert hatte und der hat mich so gefragt, was ich jetzt eigentlich vorhabe als nächstes. Und dann habe ich ihm von diesem Fitness Ding erzählt, weil ich fand es halt einfach spannend, weil es ist mal was Neues nach 25 Jahren Softwarebranche. Und naja, dann sagt er, das ist super spannend. Du, ich habe da vor ein paar Monaten damit mit so einem Typ geredet aus den Niederlanden und der hat da so ein ganz neues Konzept entwickelt. Ich fand das auch total spannend, hat er so überlegt, wie heißt denn das? Und ist ihm der Name auch nicht mehr eingefallen. Ja, das hat irgendwas mit einem Zirkel zu tun und man braucht gar keine große Immobilien. Und ich so, okay, das klingt ja spannend und Essen war vorbei, war dann kein großes Thema mehr, ich glaube am nächsten Tag sitze ich daheim vorm Rechner, das muss ich jetzt mal anschauen und naja, Google aufgemacht und Zirkeltraining Niederlande eingegeben und dann kam da was Zirkelfit und hat ziemlich genau der Erklärung von dem Investorfreund entsprochen. Und naja, so ich bin, habe ich da einfach mal hingeschrieben, gesagt, hey, lass uns mal telefonieren, ich finde es total spannend und eigentlich wäre das auch was für Deutschland. Und so ging die Reise im Endeffekt los. So einfach ist es. Manchmal sind es einfach Zufälle, Naivität, weil ich von der Branche relativ wenig wusste zu dem Zeitpunkt. Ich habe mir so meine Gedanken gemacht, habe gesagt in dieser Suche festgestellt, Immobilien ist ein Problem, Investitionskapital ist sicherlich für viele ein Problem, Mitarbeiter ist ein Problem. Und naja, Dann schaue ich Circle Fit, 100 Quadratmeter Innenstadtlage, personallos und relativ wenig Equipment und Natürlich sind auch 100 Quadratmeter auszubauen, andere Kostenpunkt als 1000 Quadratmeter oder was immer die Quadratmeter des großen Studios ist, gibt auch größeres, Wissen wir alle, ist natürlich ein ganz anderer Punkt. Das heißt, so war mir aus unternehmerischer Sicht eher klar, okay, das Risiko, das ich hier pro Standort eingehe, ist natürlich signifikant kleiner. Ich meine polemisch gesagt, wenn ein Standort nicht funktioniert, schnappe ich die Geräte und gehe in den nächsten Standort, weil die eigentliche Investition an dem Eigen doch relativ gering war. Ja, so ging die Reise los.
>> Klaus: Was ist denn jetzt der USP? Du hast gesagt, kleine Flächen, 100 Quadratmeter, wenige Geräte, ergibt sich schon aus den 100 Quadratmeter. Und du hast gesagt Innenstadt. Jetzt war ja schon das eine oder andere Franchise Konzept in diesem Podcast zu Gast. Zum anderen kennt, glaube ich, jede Zuhörerin und jeder Zuhörer den einen oder anderen Player, sei es ein McFit, sei es ein easy Fitness, sei es ein personalloses Fit Plus und wie sie denn alle heißen. Auch die gibt es ja im, ich nenne es jetzt mal Kleinformat, wenngleich auch nicht 100 Quadratmeter. Auch die gibt es in der Innenstadtlage. Auch die sind teilweise personallos oder haben so Hybrid Konzepte. Was ist das Besondere an deinem Konzept? Was hat dich als gestandenen Unternehmer daran so begeistert, dass du gesagt Diese Lücke ist so großartig, die will ich nicht nur schließen, sondern die ist auch groß genug, das richtig groß machen zu können.
>> Holger Temme: Ich betrachte da zwei Seiten. Es ist natürlich einmal der USP des Betreibers und natürlich auch die USPs der Kunden. Und die sind beiderseits extrem spannend bei dem Konzept oder so spannend, dass ich es zumindest für so spannend empfinde, dass ich sage, da geben wir jetzt richtig Gas. Also fangen wir mal noch mal kurz auf der Betreiberseite an. Ja, es gibt bereits personallose Fitnesscenter oder so hybride Lösungen, sagen wir es mal so. Es gibt kleine, es gibt EMS Studios in Deutschland, was auch wieder sehr speziell ist, was ich gelernt habe. EMS scheint in Deutschland noch sehr verbreitet zu sein, in anderen europäischen Ländern eher nicht mehr, schon eher vorbei die Welle. Aber ich möchte es gar nicht bewerten. Das sind einfach Dinge, die ich so mitbekommen habe und man mir erzählt jetzt. Und das Dritte ist natürlich das Personallose dadurch, dass man oder einfach die Größe der Fläche, also diese drei Sachen noch mal kurz runtergebrochen, so in der Kombination in Verbindung mit einem wirklich stark ausgeprägten Personallosen. Man muss ja jetzt mal auch ehrlich sein, Es ist nicht 100 Prozent personallos, weil Toiletten müssen immer noch geputzt werden, Aber es ist eben personallos in Bezug auf des eigentlichen Trainings. Das heißt, wir brauchen keine Fitnesstrainer, weil wir hier Geräte verwenden, die stark digitalisiert sind und all diese Einstellungen und sonstiges Trainingsprogramme vollautomatisiert machen. Das heißt, wir nutzen da Geräte von eGym mit einem Software Stack hintendran, der von uns noch speziell entwickelt wurde, um das Ganze wirklich auf die Spitze zu treiben, dass die Kunden durch eine verschlossene Tür das Studio betreten können und wir das auch sehr kostengünstig quasi auf jede Türe umbauen können, die existiert. Das heißt, wir müssen keine teuren Drehkreuze einbauen oder solche Themen, weil wir halt konsequent auf Personalos sind und nicht hybrid, wo ich quasi beides irgendwo finanzieren muss. Das ist die andere Seite dann eben in der Innenstadtlage, ja klein, ja, aber eben in Verbindung mit einem Trainingskonzept, wo dann nicht der Inhaber oder der Sporttrainer dann das EMS anbietet und dann der Kunde. Und jetzt kommen wir auch schon so langsam auf die Kundenseite, der Kunde eben keinen Termin ausmachen muss, sondern es ist halt ein Studio, es ist 7, 24 offen, wir haben keine Spiegel, wir haben keine laute Musik, der Kunde kann jederzeit kommen, er muss keinen Termin ausmachen und damit sprechen wir Kunden an, welche eigentlich nicht in das klassische Fitnessstudio gehen möchten. Und im Endeffekt, du hast mich gerade gefragt, was hat mich so überzeugt? Naja, überzeugt hat mich, dass in den Niederlanden in relativ kurzer Zeit 30 Studios entstanden sind. Ich spreche von anderthalb, eindreiviertel Jahren, nachdem das Konzept finalisiert wurde. Konzept wurde etwas länger noch gefeilt, aber ab dem Zeitpunkt, wo es stand, wurde nur noch ausgerollt und die Mitgliederzahlen sind überall wirklich sensationell gut. Das heißt, es ist für mich ein Konzept, das sich bewiesen hat in einem gegenüber Deutschland noch höher kompetitiven Markt, was die Fitnessbranche angeht, weil es eben nochmal für den Anbieter als aber auch für den Kunden klare USPs hat und die USPs zeichnen sich dadurch aus. Und das sehen wir jetzt auch an den Anmeldezahlen. Wir sind ja ganz am Anfang der Reise hier im ersten Studio, wo jetzt gestartet sind, dass interessanterweise genau die gleiche Kundschaft sich bei uns anmeldet. Es sind eben nicht vielleicht die 18 bis jährigen, die eben auch mit einem Sport, nenne es jetzt Sportlehrer, mit einem Fitnesscoach wirklich zusammenarbeiten möchte, sondern es sind eher die 40 bis jährigen. Es sind die, die eben nicht in so einem groß großen Studios sein möchten, wo vielleicht auch Bodyshaming mal im Spiel ist, sondern eher in dieser exklusiven Rennumgebung trainieren möchten, aber gleichzeitig, und jetzt kommen wir zu dem zu dem anderen Punkt, nicht in ein, ich nenne es jetzt mal Boutique Studio à la EMS oder Personal Trainer oder Pilates oder so etwas gehen möchte, wo ich dann halt im Monat irgendwo bei 100 plus Gebühren bin, ganz schnell, sondern wir bieten hier ein Studio an in der Innenstadtlage, in der, ich sag mal, persönlicherem Umfeld, wo nicht so viele Gäste gleichzeitig im Studio sind, wo ich jederzeit hingehen kann, wo ich in 30 Minuten mit meinem Trainingsprogramm durch bin, auch für die, die eben weniger Zeit haben. Aber wir bieten es halt oder wir können es aufgrund der Personallosigkeit und der kleinen Quadratmeterzahlen für 39,50 in einem 12 Monats Abo anbieten. Und das ist halt die Kombination und das habe ich so in der Form in der Konsequenz so tatsächlich in dem Markt nicht woanders gesehen.
>> Klaus: Jetzt bin ich genau die Zielgruppe, die du ansprichst, bin in der Alterskohorte, bin jemand, der eigentlich nur, weil er muss, ins Fitnesscenter geht. Mir macht das zugegeben kaum Spaß und habe da jetzt eines rausgehört, wo du mich zumindest schon mal ein bisschen abgeholt hast, nämlich ich bin in 30 Minuten fertig. Ich weiß jetzt auch, dass hier Circle Fit heißt. Ich schließe daraus, das hat irgendwas mit Zirkeltraining zu tun, Ich schließe weiters daraus, ich gehe jetzt durch die automatische Tür, die ich mit meiner Handy App, einem Zutrittschip wie auch immer aufgemacht habe, mache dann eine gewisse Anzahl an Stationen, die sich innerhalb dieser halben Stunde ausgehen und gehe dann vielleicht sogar ungeduscht wieder nach Hause, damit sich das alles auch tatsächlich in der halben Stunde ausgeht. Das erinnert mich an Anbieter wie beispielsweise den Milon Circle. Ich habe das auch mal eine gewisse Zeit lang gemacht und fand das großartig. Das war genauso ein Konzept. Ich kenne jetzt zwar E Gym Geräte vom Vorbeigehen, vom Hie und da anwenden. Baut ihr aus den E Gym Geräten auch so ein wirkliches Zirkeltraining, wo ich alle zwei Minuten das Gerät wechsle, wo in der Mitte so eine Lampe läuft, wo ich dann wechseln muss. Wie genau funktioniert das bei euch?
>> Holger Temme: Also 100 Prozent richtig ist vom Trainingskonzept her ist es ein Zirkeltraining, keine neuerfindung Zirkeltraining in der Trainingswissenschaft, eine Sportwissenschaft, seit vielen, vielen Jahren, Jahrzehnten ein bekanntes Trainingskonzept, wo auch erwiesen hocheffizient ist. Es gibt mehrere Gerätehersteller, die dieses Konzept aufgegriffen haben, sei es mit, ich nenne es jetzt mal analogen Geräten, die ich genauso im Zirkel aufstellen kann und genauso ein manuelles Zirkelkonzept erstellen kann, bis zu Anbietern wie zum Beispiel Milon, die ebenfalls so ähnliche Geräte haben. Auch von Techno Gym gibt es solche Geräte bis eben zu egym. Egym hat hier aus unserer Sicht, und wir haben auch einer der anderen Gerätetypen in den Niederlanden am Anfang des Konzeptes getestet, aber egym hat hier aus unserer Sicht ganz klar die Nase vorn, was den Software Stack angeht. Jetzt kommt wieder so ein bisschen mein ursprünglicher Background aus der Softwarebranche, das hat mich natürlich auch sofort fasziniert. Aber ja, wir haben, um es konkret zzu erklären, einen Egypt Circle von acht Geräten im Studio. Wir haben zusätzlich noch zwei Cardio Fahrräder nebendran stehen, die aber nicht Teil des Trainingskonzeptes sind, sondern eigentlich vielmehr für die eher selten vorkommende Wartezeit, falls doch mal an einem Montagvormittag, wo klassischerweise sehr viel Kundschaft da ist, einfach mal kurz 2, 3, 4 Minuten Wartezeit überbrückt werden kann. Wie ich aber höre aus den niederländischen Studios müssen diese Fahrräder öfters abgestaubt werden, also sie sind einfach nicht Teil des Konzeptes. Da konzentrieren wir uns mal auf diese acht Geräte, die eben von beIN bis Oberkörper alles trainieren. Die E Gym Geräte sind hier gegenüber den Melon Geräten. Wie soll man das so ein bisschen erklären? Es ist so vielleicht klassisches Kfz zu Tesla ist einfach softwareseitig auf einem ganz anderen Level. Das heißt, wir konnten hier halt wirklich ein komplettes Konzept erstellen, welches uns auch diese Personalfreiheit massiv unterstützt. Das heißt, es geht halt über das Member Management, das geht über den Zugang zur Türe, das geht über die Überwachung des eigentlichen Fitnessraums, über noch viele andere Themen hinweg. Was wir derzeit machen, wir machen derzeit noch ein manuelles Intake, das heißt, der Kunde hat beim Erstbesuch tatsächlich einen Touchpoint mit einem Smart Crew Member von uns, wie wir unsere Mitarbeiter im Studio nennen. Die sind buchbar und zu dem Zeitpunkt sind wir da. Das heißt, es ist ein geplanter Termin sehr reduziert verfügbar, eine Stunde pro Tag, wo die Neumitglieder eben so einen Slot kurz buchen können, wo wir den Kunden kurz helfen, in das egym System, ich nenne es jetzt mal, einzutreten, den Body Scanner zu benutzen, sicherzustellen, dass das Profil sauber hinterlegt ist und es findet auch tatsächlich ein Verkaufsgespräch statt, weil die meisten Kunden zu einem Probetraining kommen, unsere Smart Crew Member, deswegen nennen wir sie eben auch nicht Fitness Coach, kein Fitness Coaching machen, das sollen die Geräte machen, sondern im Endeffekt den Neukunden willkommen heißen, in das System einführen, zeigen, wie man die erste Testrunde macht, was ja alles voll Software mäßig durch die Egypt Geräte geguidet wird an den Kunden, also eigentlich ist es nicht sehr erklärungsbedürftig und dann anschließend eben das eigentliche Verkaufsgespräch durchführen mit dem Kunden, um hoffentlich einen Vertrag abzuschließen. Nach dem ersten Training in den Niederlanden experimentieren wir auch bereits an einem Standort mit 100 Prozent Personalos, außer Toilettenputzen. Das heißt, dort findet der Intake videogeführt statt und funktioniert auch, Aber man stellt halt schon fest, dann sind halt einfach noch E Mails notwendig hier und da oder auch mal ein Telefonat für die letzten Themen. Also da hakt es noch ein kleines bisschen, aber da kommen wir auch noch hin. Also sprich, wir nutzen diese Egypt Geräte, die haben einfach diesen Unterschied, dass sie da softwareseitig uns sehr viele Möglichkeiten bieten, das sehr personallos zu gestalten. Nein, da ist zum Beispiel kein so ein gelber Alarm Button, jetzt bitte weiter. Das ist zum Beispiel ein großer Unterschied zu zu Technogym, was wir festgestellt haben, wo du einfach den Zirkel einfach faktisch immer zu dem nächsten vorgegebenen Gerät musst, ansonsten kommt die ganze Software durcheinander und dann kann man sich’s vorstellen, dann ist es menschlich, es sind vier Leute derzeit im Zirkel und einer bleibt halt einfach sitzen oder was, Grund auch immer und zack, kommt der ganze Zirkel durcheinander. Und Das ist bei eGym nicht. Die e Gym Software ist so gestrickt, dass ich mich an allen acht Geräten quasi hinsetzen kann, wann ich möchte. Das heißt, ich kann da auch unterschiedliche Zyklen oder unterschiedliche Reihenfolge ist das richtige Wort, gehen, weil ich nicht jedes Mal, wenn ich ein Gerät hinsetze und der Timer dort quasi in der Pause noch ist, einfach mit meinem Smartphone, mit NFC nochmal oder mit meinem Armband. Wir bieten beides an wollen maßgeblich auf dem Smartphone bleiben, einfach einlogge das Gerät, stellt sich ein auf mein Trainingsprogramm und dann am Monitor werde ich quasi durch den nächsten Zyklus durchgeführt und wenn ich fertig bin, kann ich eben wieder auf egal welches andere Gerät gehen. Das heißt, wir sind hier beim gleichen Thema. Was ich vorhin schon mal gesagt hatte, ist eines dieser einzelnen USPs neu. Nein, da ist in der Fitnessbranche auch viel zu viel schon durchgetestet worden. Aber in der Konsequenz, all diese Punkte zusammenzubringen, es wirklich konsequent auf das 30 Minuten Ding zu bringen. Nein, nicht nebendran noch eine Freihandel Ecke zu haben und nein, nicht nebendran Noch eine große Cardio Ecke zu haben und nein eben das nicht mit einem mit einem Fitnesscoach zu begleiten, der dann auch bei den Maschinen der anderen Hersteller noch hilft, das richtige Setup zu finden. Nein, voll digital. Starte mit so personallos wie möglich und deshalb so einen Preis anbieten zu können, der halt sehr konkurrenzfähig ist, weil die anderen Zirkel, die du angesprochen hast, einfach in einer anderen Preiskategorie widerspiegeln, Damit ich.
>> Klaus: Mir das jetzt so ganz konkret vorstellen kann. Ich komme also zu euch, stelle mich vor einen, du hast Körperscanner gesagt, der wird mich wahrscheinlich wiegen, der wird meinen Körperfettanteil messen, wird mir irgendwelche lustigen Daten über mich anzeigen. Sehr, sehr spannend. Und dann gehe ich mit einem Smart Coach von euch zu allen 8 Geräten, der zeigt mir einmal, wie ich diese Geräte bediene. Im Wesentlichen kann ich da, so stelle ich mir das vor, nicht besonders viel falsch machen, weil ich da quasi eingespannt bin und drücke, ziehe, quetsche, was auch immer dieses Gerät von mir will. Wenn ich jetzt nicht völlig falsch rechne, wahrscheinlich so zwei Minuten pro Gerät, das sind acht Geräte, zweimal acht, 16 Minuten, eine Minute Wechselzeit. Davor das Canon bin ich insgesamt bei meiner Stunde. Allerdings muss ich ja, danke, danke bei der halben Stunde. Allerdings muss ich jetzt immer schauen und aufpassen, welches Gerät wird denn frei, wer steht denn neben mir auf, damit ich dann den Slot buche. Und im Extremfall haben wir dieses, ich glaube, das heißt Reise nach Jerusalem Spiel, einer steht auf, zwei von den anderen Geräten hüpfen auch auf, weil die jetzt auf die Beinpresse, ich weiß nicht, ob es eine Beinpresse gibt, aber wahrscheinlich mir das jetzt vor auf die Beinpresse wollen, wenn ich jetzt mal so ganz ehrlich sein darf. Das stelle ich mir unfassbar stressig vor. Wie ist es wirklich?
>> Holger Temme: Ja, also fangen wir vielleicht mal bei dem Body Scanner an. Ja, der vermisst deine Proportionen, der nimmt ein paar Parameter auf, Geschlecht, auch das Gewicht, wie wir gerade gesagt haben schon. Wir sind davon abgekommen. Es wurde auch in den Niederlanden lange getestet von Körperfett Analyse, weil es für zu viel Verwirrung sorgt. Also der Mehrwert des Kunden gegenüber. Des Chaoses, das dadurch entsteht, war einfach zu groß. Auch da lass uns überlegen, was ist es für eine Kundschaft. Es ist eine Kundschaft 40 bis 60, die eher über ihr Wohlbefinden nachdenkt, als auf die Körperoptimierung des vielleicht Jährigen und oder der Jährigen, die hier über Körperdefinition sprechen. Das ist nicht unsere Kundschaft. Von daher, es ist auch ein Feature, das wir jetzt auch hier in Deutschland feststellen, nicht nachgefragt wird, das könnte das System, aber das haben wir explizit weggelassen. Und wir haben zum Beispiel auch bei dem Intake Körperscanner, das Körpergewicht wird nicht öffentlich angezeigt. Also es sind so Kleinigkeiten. Es wird zwar gewogen und das Gerät berechnet dann, nachdem man den Zirkel einmal durchlaufen hat und quasi einen Krafttest und Flexibilitätstest gemacht hat, berechnen das eine Bio Age aus unterschiedlichen Parametern, die in der App dann auch angezeigt wird. Und so kann man auch seinen Trainingsfortschritt stückweise nachverfolgen, wo man sich verbessert hat. Und das sind eben genau die informationen, die der eGym Circle hintendran verwendet, um den Kunden individuell durch sein Trainingsprogramm zu begleiten und eben seine Körperfitness zu verbessern. Das ist jetzt auch nichts Circle Fit spezifisches, sondern das sind die Egypt Geräte. Da will ich auch klar und offen sein. Aber wir verbinden es eben hinten dran noch mal mit einem größeren Software Stack, wo wir viele solcher Themen zusammenbringen. So jetzt zu dem Circle an sich, zu dem vermeintlichen Chaos. Also ich habe es jetzt tatsächlich noch nicht erlebt, dass da so ein Chaos ist. Egypt macht es sehr clever. Wir haben auch an den Geräten unten am Boden die Nummer 1 bis 8 durchnummeriert. Das soll so ein bisschen helfen. Es wäre doch einfach klug, wenn alle bei der 1 starten und dann geht man auf 2 und dann geht der nächste rein und so weiter und so fort. Und der Durchlauf ist immer eine Minute trainieren, eine Minute wechsel, eine Minute trainieren und ich durchlaufe den Zirkel quasi zweimal nochmal die Und deswegen sind wir tatsächlich bei 30 Minuten. Hast du richtig gerechnet. Das Thema ist, wie ich vorhin schon gesagt habe, die Software an sich unterstützt es theoretisch, dass ich auch von 1 auf 4 auf 8 springe. Es ist vollkommen egal, das Chaos entsteht tatsächlich nicht. Es ist eher die Frage, wie viele Mitglieder können wir an einem Standort unterstützen, bis das Chaos entsteht. Wir merken auch, da fehlen uns in Deutschland jetzt noch einfach auf Grund dessen, wie lange wir jetzt da sind, so die letzten Erfahrungen, ob es hier anders ist wie in den Niederlanden. Bin gespannt, aber ich gehe mal davon aus, nein, weil es melden sich die gleichen Altersgruppen an und da glaube ich nicht, dass die Menschen tatsächlich so unterschiedlich sind in der Verhaltensweise. Was wir in den Niederlanden feststellen ist, dass es dort so ein paar Zeiten gibt, wo einfach die Leute anscheinend alle gleichzeitig kommen möchten. Montagvormittag ist zum Beispiel so ein Zeitpunkt, das schlechte Gewissen nach dem Wochenende mal wieder was zu tun vermutlich. Wir haben viele Homeoffice Mitarbeiter, das heißt tatsächlich konzentriert es sich sehr stark auf tagsüber auch die Besuche und gar nicht so in den Randzeiten. Das ist gar nicht so das Thema bei uns. Und was wir festgestellt haben, ist, dass wenn die Mitglieder Anzahl an einem Standort sich mal so in den Bereich 6 700 bewegt, dann entstehen solche Situationen zu gewissen Zeitpunkten. Das heißt, wir mitigieren das Thema einfach dadurch, dass wir sagen, wenn ein Standort im Bereich von 500 Mitgliedern ist, dann denken wir eher drüber nach, einen zweiten Circle aufzumachen, um so das Problem zu mitigieren. Mit der Anzahl an Mitgliedern ist so ein Standort auch hoch profitabel. Das heißt, es würde sich auch lohnen.
>> Klaus: Das zu tun, bevor ich den Taschenrechner zücke und zum spannenden Teil lohnt es sich komme, wobei ich ja bekanntermaßen eher im Kopf rechne, habe ich was anderes ausgerechnet. Du sagst 500 Mitglieder pro Standort. Selbst wenn ihr ganz ganz viele Mitglieder hättet, was ich nicht glaube, die gar nicht kommen, die nur für ihr gutes Gewissen den Monatsbeitrag zahlen, das geht sich ja bei acht Geräten nie im Leben aus, dass ihr 500 Mitglieder bedient. Wenn das noch dazu sich auf wochentags Bürozeiten konzentriert. Wie löst ihr dieses Thema?
>> Holger Temme: Vielleicht möchtest du mir mal kurz deine Kopfrechnung darlegen. Also ich kann halt nur von der Praxis reden. Natürlich ist es vollkommen klar, wenn zehn Mitglieder gleichzeitig da sind, müssen zwei kurz warten. Aber zwei kurz warten ist eben auch genau der Punkt. Es droppt ja alle zwei Minuten rein rechnerisch wieder einer aus dem Circle raus. Also es ist ja nicht so, dass ich jetzt eine halbe Stunde warten muss, bis ich in den Zirkel reinkomme. Die Wahrscheinlichkeit, dass die ersten acht alle gleichzeitig gekommen sind, tendiert gegen null. Das heißt, es findet ja ein ständiger Durchlauf statt. In der Theorie haben wir deswegen die Fahrräder noch mal. In den Niederlanden stauben wir sie ab in den meisten Lokationen und das Problem entsteht tatsächlich einfach nicht. Ja, es gibt irgendwann eine Grenze, wo einfach die Wahrscheinlichkeiten, dass zu viele Leute gleichzeitig zum selben Zeitpunkt kommen. Irgendwann kommt es, je mehr Mitglieder du hast. Und tatsächlich war das auch einer meiner Fragen, als ich begonnen habe, mich mit dem Konzept zu beschäftigen. Wie viele Orphan Mitglieder habt ihr denn in den Niederlanden? Weil ich habe da auch Zahlen gehört aus Deutschland. Vom klassischen Fitnesscenter sind die Zahlen ja teilweise schon sehr hoch. Teilweise wird ja sogar aktiv damit gerechnet, dass man diese Mitglieder hat und die Zahlen decken sich überhaupt gar nicht. Also in diesem System, wir haben wirklich eine sehr, sehr hohe Anzahl an aktiven Mitgliedern. Das Durchschnittsmitglied in den Niederlanden besucht das Studio im Schnitt knappe zweimal pro Woche. Es ist also wirklich Durchschnittszahl, aber es ist tatsächlich eine sehr, sehr hohe Zahl im Vergleich zu anderen, weil wenn man die Orphan Mitglieder nimmt, ist man normalerweise viel, viel niedriger. Und von daher, alles was ich berichten kann, ist derzeit aus den Niederlanden. In Deutschland sind wir erst am Start, da können wir das ja noch nicht so ganz genau beobachten. Aber in den Niederlanden haben die Studios alle weit über 300 Mitglieder. Es gibt eins, das hat auch noch wesentlich mehr als 500, da hat man es mal getestet, wann das Problem wirklich entsteht. Und es ist nicht da, wenn ich.
>> Klaus: Mir jetzt dieses Studio mit 100 Quadratmetern vorstelle, da stehen jetzt acht Geräte, zwei Radiogeräte, in der Regel Fahrräder, hast du gesagt. Was passiert auf der restlichen Fläche? Theoretisch brauche ich da doch nie und nimmer 100 Quadratmeter dafür.
>> Holger Temme: Ja, ich habe jetzt mal 100 Quadratmeter genannt. Wir bauen gerade tatsächlich ein Studio aus auf 87 Quadratmeter. Das geht, ich sag mal, da wird es dann schon, es ist noch vollkommen im Rahmen, aber es wird dann schon eng. Ist der falsche, ist das falsche Wort dafür. Es passt, aber man verliert ein bisschen die Weitläufigkeit. Da wird es einfach so sein, dass die Leute, die sich gerade im Zirkel befinden und die Geräte wechseln, kommt man sich schon eher ein bisschen näher. Wie gesagt, es ist noch vollkommen im Rahmen, aber da wird es dann eng. Das ist so die Zahl, wo es aufhört. Wir haben keine Duschen, das ist richtig. Aber ja, wir bieten Toiletten an, wir bieten in Deutschland jetzt auch erstmal noch eine Umkleidekabine an. Wird in den Niederlanden auch nicht mehr gemacht, wird nicht von den Kunden genutzt. Das ist etwas, was wir in Deutschland testen wollen. Wie verhält sich das eigentlich? Sind auch im Prinzip zwei, drei Quadratmeter, die man dafür benötigt. Wir haben insgesamt im Konzept eine klare Linie drin, dass wir sagen, wir haben vorne so etwas wie die Welcome Zone, da steht von uns ein Stehtisch mit zwei kleinen Hockern. Da ist auch eine Bank mit Kleiderbügel, ein kleines Schliessfachsystem, wo die Leute ihr eigenes Schloss mitbringen können, um ihre Wertsachen wegzusperren. Dort ist auch der PC für die Smart Crew, um die Verkaufsgespräche zu machen. Das ist auch farblich ein bisschen getrennt vom restlichen, weil dann kommt die eigentliche Trainingszone. In dieser Trainingszone steht eben der Zirkel. In der Trainingszone haben wir auch eine Notfallwand, das heißt, die Mitglieder können sich auch so einen Notfallknopf um den Hals hängen, Wenn sie jetzt gerade alleine sind im Studio und sich unsicher fühlen, dann können sie das dabei haben. Wenn irgendwas ist, drücken sie da einfach nur auf den Knopf. Und wir haben eine eine Company hintendran, die das ganze 724 überwacht, auf Kamerabilder zugreifen kann, eine Gegensprechanlage hat, im Zweifelsfall Feuerwehr, Polizei, Notarzt ruft. Für all das ist gesorgt. Das ist so dieser Bereich. Und dann haben wir hinten noch diese, wir nennen sie Supportive Zone, wo eben dieser Body Scanner ist, wo eben auch die Fahrräder stehen. Die stehen eben nicht im Trainingsbereich, sondern in der Supportive Zone. Und so kommt man auf diese Quadratmeter. Bei 100 Quadratmeter, wie gesagt, ist das alles so schön frei, dass eben auch kein bedrückendes Gefühl entsteht. Wie gesagt, bei 87 auch nicht so bei 83 und weniger würde ich mich jetzt beginnen unwohl zu fühlen, so eine Lokation anzumieten. Es kommt aber auf die gegenseite. Mehr als 110 Quadratmeter ist wieder verloren. Das macht a betriebswirtschaftlich keinen Sinn, außer ich kriege ein günstiges Angebot in irgendeiner B oder C Stadt, gar kein Thema. Dann ist es mir egal, da ein paar Quadratmeter mehr sind. Aber wenn es zu viele Quadratmeter sind, dann müssen wir den Raum abtrennen und hoffen, dass es deutlich mehr als 500 Mitglieder werden. Und dann stellen wir einen zweiten Zirkel rein. Das unterstützt das Konzept natürlich grundsätzlich, aber das haben wir bisher noch nicht gemacht, sondern denken eigentlich eher dann über den zweiten Standort nach.
>> Klaus: Dann schauen wir uns jetzt mal die Unit Economics, wie das auf Neudeutsch insbesondere bei Investoren und Private Equity und Venture Capital aus einer Welt, aus der du ja kommst, genannt wird, an. Letztlich eine relativ simple Rechnung. Du sagst 39,90 brutto, damit wir jetzt einfach rechnen können. 30 Euro netto. Du sagst mehr als 300 Mitglieder, sagen wir 300 Mitglieder mal dreiig. Du machst im Monat an einem Standort, du hast 100 Quadratmeter Miete in einer Innenstadtlage, lass es dort 20 Euro mit Nebenkosten sein. Lass es, wenn du mal etwas höher bist, 25 Euro allenfalls vielleicht sogar 30 Euro Sand Nebenkosten sein. Je nachdem wie gut ihr verhandelt, je nachdem wie gut das Studio ausgebaut ist, wird dann auch davon abhängen, wie hoch ist dein West ist immer so ein bisschen linke Tasche, rechte Tasche. Du brauchst einen Smart Crew Member, überschaubarer Aufwand, der da ist. Du brauchst den von dir jetzt mehrmals erwähnten Kloreinigungsservice, du brauchst dieses zentrale Überwachungsservice im weitesten Sinne und du brauchst ein bisschen Geld, um die Geräte da reinstellen zu können, die in der Regel Leasing oder Kredit oder sonst wie finanziert sind. Wenn ich also jetzt So grob sage 9000 Umsatz, ganz vorsichtig, Miete mit Strom und allen Nebengeräuschen, Heizung, blablabla, weg. Noch mal ganz vorsichtig, sag 2200 für diesen Smart Crew, weil ich zu Beginn den viel zu schlecht oder die junge Dame, den jungen Herren viel zu schlecht plane, viel zu oft brauche, wie auch immer. Und dann stelle ich jetzt auch mal eine Zahl in den Raum und Sage für die E-Gym Geräte plus Boden plus Beleuchtung sollen es sein. Wenn ich das jetzt auch vorsichtig 10 Jahre finanziere, sagen wir vorsichtig 1500 im Monat, bleibt ja pro Standort nicht wenig über. Und daher kann ich gut verstehen, dass du gesagt hast, hurra, tolles Konzept, Innenstadtlage gibt es wenig, kann ich mir Gut vorstellen an 50, 70, 100 Standorten auszuholen. Ist der Business Case tatsächlich so einfach?
>> Holger Temme: Er ist so einfach. Ich glaube, du hast bei einigen der Zahlen sogar noch gewaltig nach oben geschossen. Ich möchte jetzt mal nicht auf Geräte eingehen, da stecken Hersteller dahinter, da stecken Verträge dahinter, aber ich denke, so Smart Groove und Meeting kann man mal sprechen. Ich glaube, da warst du schon an der absolut oberen Grenze. Also wir sehen, dass es, ich nehme jetzt mal so Standorte wie München mal weg, das sind natürlich komplette Outlier, aber selbst in München funktioniert dieses Konzept, weil dort ist man in Mieten mit Nebenkosten, so in dem Bereich, was du gerade gesagt hast. In anderen Städten sehen wir Immobilien, die für uns passend sind, eher im Bereich unter 1500, weil jetzt reden wir doch einfach mal konkret über die Lage von Städten mit Einwohnern mit der 100 Quadratmeter Einzelhandelsfläche. Das ist genau die Fläche, wo es ganz wenige Konzepte noch gibt, wo funktionieren heutzutage, weil der Einzelhandel sich natürlich durch das Online Geschäft massiv verändert hat. Das soll jetzt in keinster Weise negativ sein, aber konkret sucht der Vermieter.
>> Klaus: Die.
>> Holger Temme: Nächste Dönerbude oder ein Automatengeschäft. Konzepte, die funktionieren auf so kleiner Fläche, Konzepte, die sich bezahlen auf solchen kleinen Flächen, aber dann wird es schon ganz dünn. Das Bekleidungsgeschäft auf 100 Quadratmeter, der Geschenkeladen, wo ich Geschenkekarte kaufen kann, der Teelagen, ja, da gibt es auch Franchise Konzepte, aber eher dann doch im Einkaufszentrum, wo die Kundschaft läuft und eben nicht, ich sage jetzt auch nicht Fußgängerzone, wir gehen nicht in die Fußgängerzone, aber wir gehen in die Nähe der Fußgängerzone oder ins Wohngebiet rein. Es gibt nicht mehr so viele Konzepte, die dort funktionieren und deshalb sind die Preise von diesen 100 Quadratmeter Läden in BC Städten nochmal, ich rede nicht von München, ich rede nicht von München, von Wien im ersten Bezirk oder sonstiges sind die Preise einfach ganz anders wie das, was du gerade genannt hast. Und die 30 Euro, ja, ist auch einfach zu rechnen. 39 50 minus Mehrwertsteuer und ab und zu hat man mal ein bisschen Rabatt. Ich glaube, die Dreiig ist ein ganz fairer Wert, mal anzunehmen, man, da kann man es halt mal ausrechnen. Das sind, wenn ich weniger Miete habe, sind es dreiig drei und dreiig Mitglieder weniger, die ich im Monat brauche. Und bei der Smart Gro ist es auch so, tatsächlich nach den ersten paar Wochen, die lasse ich jetzt einfach mal weg, gehen wir runter auf 40 Arbeitsstunden im Monat, mehr ist es nicht. Und die Smart Crew macht nebenher den Toilettendienst, das ist in der Zeit möglich. Der Intake sind zehn Minuten. Irgendwann habe ich mal eine gewisse Mitgliederanzahl, dass ich natürlich noch neue Mitglieder bekomme. Und ja, natürlich möchte ein Bestandsmitglied vielleicht auch noch mal einen Termin haben, weil es vielleicht irgendwas fragt, kannst das buchen. Aber diese zwei Stunden Slots, die wir anbieten, fünf Tage die Woche, vier Wochen mal zwei mal fünf, sind wir bei 40 Stunden. Die sind nicht so ausgefüllt durch zehn Minuten Slots, dass der Smart Crew es nicht noch möglich ist, hier ein bisschen Putzdienst nebenher zu machen. Das heißt, wir haben keinen zusätzlichen Reinigungsservice. Und wenn man das jetzt mal alles nimmt, dann kommt man bei einem Break Even noch mal auf ganz andere Zahlen, was du gerade gesagt hast. Ich glaube, viele, die hier zuhören, die wissen, was Geräte kosten, die wissen, dass du da wahrscheinlich gerade nicht ganz daneben lagst vom Faktor her. Und ich habe das ja vorhin auch so ein bisschen durchdringen lassen. Wir haben schon geschaut, dass die Kosten in dem System vernünftig sind. Wir gucken ja, da stehen keine teure Möbel drin, ist aber auch der Kundschaft egal. Sie sind stylisch. Es ist ein einfaches Industrial Style Konzept. Wir hängen keine Decken ab als Beispiel, sondern lassen Rohre offen. Machen viele heutzutage rein aus Kostensicht. Die Umbaukosten sind auch nicht so hoch, Die Investkosten pro Standort sind wirklich überschaubar, dass man tatsächlich recht schnell viele Standorte aufmachen kann, weil ich eben nicht im hohen sechsstelligen Bereich, sondern eher im mittleren fünfstelligen Bereich bin, um eine Lokation zu öffnen und eben einen Break Even habe, der irgendwo abhängig von der Miete das ist die einzigste Variable, die wir haben, irgendwo bei unter 200, bei bis etwas über 200 Mitgliedern liegt, was halt auch eine Hürde ist, die ist wesentlich schneller erreicht als vielleicht 1000 Mitglieder.
>> Klaus: Wenn du fünfstelliger Bereich für Investition sagst, dann gehe ich jetzt sehr stark davon aus, du meinst das notwendige Eigenkapital, denn mit einem fünfstelligen Betrag so ein Studio auf die Beine zu stellen, stelle ich mir sehr schwierig vor, wenn auch nicht unmöglich, Täusche ich mich, täuscht du dich.
>> Holger Temme: Ich lasse jetzt mal Geräte weg, Geräte werden geleast. Das ist natürlich außerhalb. Wenn ich von Investition spreche, dann spreche ich von Teil unserer Franchise Kette zu werden, dann spreche ich davon einfach den handwerklichen Ausbau der Lokation. Vollkommen richtig, Da findet man extrem unterschiedliche Wir haben jetzt das Glück gehabt, dass die ersten Standorte, die wir angegangen sind, Neubauten waren. Das heißt, wir konnten sogar noch während der Bauphase sagen, wo kommt welche Steckdose hin. Das heißt, für uns war es, ich sage jetzt mal ein bisschen plakativ, Farbe an die Wand, unseren Boden reingelegt, unsere Technik installiert und beim WC die Toilettenhalter montiert, aber ansonsten war es das. Das heißt, es ist schon recht überschaubar und es hilft hier einfach, die Investitionskosten auf einen, ich sage jetzt mal, mittleren fünfstelligen Bereich reduzieren zu können. Außer ich komme natürlich in eine Immobilie, wo ich erstmal Wände rausreißen muss und alles neu machen muss, das ist ganz klar, aber dann sind auch teilweise die Mietkosten wieder niedriger.
>> Klaus: Jetzt bist du ja ein sehr schlauer Unternehmer und hast ja schon das eine oder andere Unternehmen ziemlich erfolgreich aufgebaut. Du warst in Holland oder in den Niederlanden, hast dir dort mehrere Standorte angeschaut, hast erkannt, das sind egym Geräte, hast erkannt, da steckt ein Software dahinter, hast erkannt, dass es im Wesentlichen ein Immobilien Game ist, in dem du dich offensichtlich zumindest ein wenig auskennst. Warum entscheidet man sich dann für ein Franchise System, das in Deutschland nahezu oder de facto unbekannt ist? Aus meiner Sicht bringen Franchise Systeme ja üblicherweise zumindest drei Komponenten und eine ganz wichtige Komponente ist die bekannte Marke. Ich kann mich darauf verlassen, dass die Endkunden mich kennen, dass es Qualität gibt und daher entsprechend entsprechendes Vorschussvertrauen da ist. Die zweite Komponente sind Systeme und Abläufe. Das sehe ich jetzt im Fitnessstudio bei aller Wertschätzung für sämtliche Systeme, die hier aufgebaut wurden, aber das ist keine Rocket Science. Also ein Personal aus dem Fitnessstudio zu kopieren, ist jetzt ein bisschen was anderes als bei McDonald’s Burger zu braten. Und das dritte ist die Handelsware bzw. Die Produkte, die ich verkaufe. Wenn ich Händler bin, brauche ich irgendwo Ware, die mein Lager füllt. Wenn ich McDonald’s bin, brauche ich von irgendwo meine Patties, wie das so schön heißt hier. Das heißt auch hier ein gewisser Bezugsvorteil. Bei dir sehe ich jetzt weder die Marke, noch die Systeme, noch irgendwelche Ware, die du einkaufst. Wenn wir jetzt mal die E Gym Geräte außen vor lassen, aber auch die nehme ich jetzt mal wieder sehr laienhaft an. Kriege ich ja irgendwo am freien Markt. Es wird E Gym Großhändler geben. Warum ein Franchise System oder warum ein bestehendes Franchise System, warum du dann ein Franchise System gemacht hast, ist dann eine der Folgefragen.
>> Holger Temme: Gute Frage, wo man auch wieder ein bisschen ausholen muss. Tatsächlich ist es so, ich hätte nach dem ersten Besuch von Holland, wo ich damals alles angeschaut habe und mir ganz viel erklärt wurde, ich hätte es kopieren können. Absolut. Den Software Stack hintendran, der dort schon auspaldovert wurde, hätte ich vermutlich auch mit meinen Ex Kollegen aus der Softwareindustrie sehr schnell kopieren können. Ich hätte die Entwickler in der Hand gehabt. Hätte ich mit einer Agentur ein Farb und Marketingkonzept erstellen können, dass das Ganze auch irgendwie ähnlich darstellt. Ja, hätte ich können. Hätte ich die Ablaufpläne, die es so gibt und so weiter kopieren können. Ja, hätte ich können. Aber ich hätte zwei Themen dabei gehabt. Das erste ist und das habe ich und das hat sich mir bewiesen, als ich, als wir dann ich muss wir sagen, wir sind ja zu dritt, die das gemeinsam machen, da können wir vielleicht auch noch ein bisschen drauf eingehen später. Das hat sich mir alles bewiesen, wo wir den ersten Standort ausgebaut haben. Wir drei haben auch darauf geachtet, dass wir in dem ersten Standort dann wir haben mehr oder weniger jede Schraube selber in die Wand gedreht. Das ist nicht unser Ziel nachher bei allen Standorten das zu machen, sondern wir wollten beim ersten Standort einfach alles wissen, damit wir nachher wissen, wie tun wir das gut replizieren in Deutschland. So fällt man dann auch mal über alles drüber, was kann denn schiefgehen? Warum ruft mich der Handwerker nachher an, so nach dem Motto. Das hat sich dann bewahrheitet, mein Gedankengang damals, dass ich wahrscheinlich viel gesehen habe, aber ich hätte trotzdem mit dem ersten Standort so viele Fehler gemacht im Detail, im kleinen Detail, dass es am Ende über ein Jahr gedauert hätte, bis es auf dem Status wäre, wie es in den Niederlanden einfach schon läuft. Nehmen wir dieses Türsystem. Das klingt so einfach, Ich halte den QR Code wohin und es geht auf, aber dass das System hintendran halt mit dem Member Management System so verknüpft ist, wie es jetzt verknüpft ist. Wir da damit auch Aggregatoren unterstützen können, die einfach nativ aus ihrer App durch unsere Tür durchgehen und wir einfach das Geld bekommen, ohne dass da irgendjemand noch irgendwas machen muss. Das sind so diese Feinheiten, über die wären wir auch drüber gekommen, bin ich mir auch sicher. Aber ich sage jetzt einfach zwei Dinge ganz platt. A, ich hatte keinen Bock drauf und B, da ist für mich auch ein bisschen Geschäftspartner Ethos dabei. Ich habe mich damals und jetzt reden wir und da kommt dann noch eine zweite Komponente gleich mit dazu, damals mit Frank getroffen. Wir haben einen Handschlag gemacht und der ist für mich auch was wert, dass er mir da alles gezeigt hat, wie er das gemacht hat und wir dort eigentlich relativ schnell eine super Ebene gemeinsam gefunden haben, weil wir ähnliche Menschen sind. Er ist ebenfalls nicht aus der Fitnessindustrie eigentlich, aber doch, sage ich gleich was dazu, aber auch ein Geschäftspartner ist, wo ein Handschlag noch was wert ist. Das hätte es mir selber nie erlaubt, das jetzt einfach zu kopieren. Das würde ich nicht machen. Zahle ich jetzt eine Franchise Gebühr an Frank? Ja, das tue ich. Wir haben aber auch einen sehr, sehr fairen Deal, würde ich jetzt mal sagen. Er hat mir die Lizenz für Deutschland, Österreich, Schweiz gegeben, hier als Master Franchise aufzutreten. Es war klar, dass viele Dinge noch nicht fertig sind für die Internationalisierung. Jegliche Software im Hintergrund war noch niederländisch, jegliches Marketing war niederländisch. Wir finden auch jetzt immer mal wieder noch irgendeine Kleinigkeit, die niederländisch ist. Und so hat er eben auch einen Partner gesucht, der jetzt nicht hinkommt und sagt, ja, Das muss alles 100 Prozent fertig sein und ich will das noch ausrollen, sondern wir, auch wenn wir jetzt geschäfts oder vertragsmäßig Frank Franchise Geber, wir Master Franchise Nehmer sind, Wir behandeln uns gegenseitig als Geschäftspartner und das war von Anfang an eine Ebene, die Spaß gemacht hat und mir wichtig ist. Und dann kommt jetzt die letzte Komponente rein. Ja, du sagst, ich war in der Vergangenheit erfolgreich, aber ich war erfolgreich in der Softwarebranche. Die Software Branche kenne ich. In der Fitnessbranche hatte ich keine Ahnung. Frank hat sie. Frank ist der ursprüngliche Gründer von Basic Fit. Ich denke mal, viele Zuhörer hier kennen Basic Fit. Er ist derjenige, der Basic Fit aufgebaut hat, der es dann an René Moos, den heutigen Besitzer und CEO, verkauft hat damals. Aber ich sag mal so nett, er ist in der Liga der großen Player in der Fitnessbranche. Die Jungs gehen miteinander Abendessen. Das ist ein Wissen, das ist ein Netzwerk zu Herstellern und zu anderen Sachen. Das hätte ich in fünf Jahren nicht. Und das war mir auch von Anfang an klar, dass wir da mit Frank einen Partner haben, der einfach eine Größe ist. Und das weiß ich jetzt wiederum aus der Softwarebranche. Das ist wichtig. Netzwerke ist alles. Er kennt den CEO von egym, er kennt den CEO von der Member Management Software und so weiter. Und da ruft halt nicht Holger Temme Hansele aus München an, sondern da ruft halt Frank an. Das hat einen ganz anderen Impact.
>> Klaus: Kurz zusammengefasst, auch wenn die Marke den Endkunden nicht bekannt ist, war sie für dich im Hintergrund so wichtig, weil es einfach das bestehende von dir erwähnte Netzwerk öffnet Türen, die du, wenn überhaupt, dann erst mit viel Zeit und oder viel Geld hättest öffnen können. Du hast auch gesagt, du bist nicht alleine auf dem Gründungspfad, sondern hast noch zwei Partner. Offensichtlich kommen die ja nicht aus der Fitnessbranche, sonst hättest du Frank wiederum nicht gebraucht. Warum zwei Partner?
>> Holger Temme: Ich habe zwei Partner dazugenommen, die auch aus meinem persönlichen Freundeskreis sind. Mir war wichtig, das hier aufzubauen, um auch die oder um gleichzeitig die Last auf meinen Schultern nicht unendlich groß zu machen. Mir war klar, dass wenn wir in eine Skalierung gehen von dem Ganzen, eine ganze Menge an Arbeit entsteht. Und da war mir auch klar, es ist Arbeit, wo ich Leute brauche, die andere Skillsets haben wie ich. Man soll nicht so viel von sich sprechen. Aber wenn ich mich charakterisieren würde, dann bin ich der Chaot, der viel anstartet, der Dinge auf den Weg bringt, teilweise auch dann vielleicht nicht allzu viel drüber nachdenkt. Ich finde, das ist eine Eigenschaft, die ist sehr wichtig, um etwas anzustarten. Weil wenn ich zwei Jahre über was nachdenke, dann ist der andere schon fünf Kilometer weiter. Ich bin jetzt aber nicht ein Typ, der ein gezieltes, großes Projektmanagement kann zum Beispiel. Das ist einfach nicht mein Wesen, das langweilt mich. Mir war aber klar, wenn wir, ich hau jetzt einfach mal eine Zahl raus, in den nächsten fünf Jahren auf 100 plus Standorte wollen und wir wollen hoffentlich mehr, dann heißt es, wenn man das runterbricht, irgendwann mal ganz schnell bei zwei Standorte pro Monat oder drei Standorte pro Monat auf eine große Geolokation Deutschland, Österreich, Schweiz verteilt. Das ist Projektmanagement pur. Und da habe ich zum Glück in meinem Freundeskreis jemanden, der das beruflich macht, der sehr komplexe Projekte leitet, der andere Projektleiter leitet und da einfach eine Kapazität drin ist, bei dem ich weiß, wenn ich zu ihm Guck mal hier so funktioniert und da muss es jetzt 50 mal hin, da wird nichts schiefgehen, Da ist nicht eine Schraube am falschen Ort, da sorgt er dafür. Und etwas, was ich nicht kann, ich kann die ersten Standorte machen, da bin ich gut drin. Da wieder Leute zu finden und Handwerker zu finden, die uns das jetzt in ganz Deutschland machen, da bin ich der Richtige dafür. Aber nachher das wirklich gezielt getaktet auszurollen, bin ich es nicht. Und der Dritte im Bunde, ebenfalls aus meinem persönlichen Freundeskreis, ist jemand, den ich angerufen habe, nachdem ich in Holland war und mir das alles angeschaut habe und für mich das auf der Geschäftsseite zu 100 Prozent klar war, da waren für mich alle Haken auf grün. Aber ich wollte eine fundierte Meinung zu dem Trainingskonzept. Ich wollte nicht ein Produkt verkaufen, wo ich vielleicht ein gutes Bauchgefühl habe, aber vielleicht sportwissenschaftlich nicht so wirklich standfest ist. Und ich habe zum Glück in meinen Freundeskreisen einen Sportwissenschaftler, den ich angerufen habe, der auch lange in der Selbstständigkeit war, von daher viele Themen kennt und einfach auf der Sportmarketing Seite sehr, sehr gut ist, sehr erfahren ist, da auch gute Kontakte hat. Und den habe ich damals angerufen und habe ihm von der Sache erzählt, wollte einfach seine Meinung über den Zirkel an sich. Und da hat er mir die letzten Haken grün hingesetzt und hat dann auch gleich Hey Holger, ich bin da dabei. Und dann war das Team geboren, wir drei vertrauen uns, wir kennen uns, seit wir kleine Kinder sind. Das ist Die nächste nette Sache dabei, dass man in unserem fortgeschrittenen Berufsalter jetzt noch mal was zusammen machen kann und dabei auch Spaß haben kann. Das steht bei uns neben dem, dass wir da damit auch Geld verdienen möchten, ganz, ganz weit oben auf der Liste. Von daher hat es sehr gut gepasst.
>> Klaus: Es gibt die alte Bauernregel oder Faustregel, Business ist Business und privat ist privat. Vermische es nicht. Gründe niemals mit Freunden. Du zerstörst deine Freundschaft damit. Wenn, mach es umgekehrt. Gründe ein Unternehmen mit irgendjemandem und wenn sich daraus eine Freundschaft ergibt, schätze dich als glücklich, aber niemals umgekehrt. Was hat dich dazu gebracht, diese Regel brechen zu wollen?
>> Holger Temme: Ich glaube an diese Regel nicht so arg. Dafür sind wir zu gesettelt. Dafür kennen wir uns zu stark. Dafür ist der Spaß zu stark im Vordergrund bei uns bei der ganzen Geschichte. Und es ist nicht irgendwie ein, wie soll man sagen, ein krampfhaftes Such nach. Dem großen, schnellen Erfolg in dem Ganzen. Wir sind uns sicher, was wir da tun. Das ja und ja, wir wollen Erfolg, aber es ist nicht verkrampft. Wir sind jetzt alle drei nicht davon abhängig. Das macht vielleicht auch eine ganz große Komponente. Noch mal nicht falsch verstehen. Wir sind alles drei, ich nenne es jetzt mal Erfolgsmenschen. Also wir wollen Erfolg, aber nicht verbissen. Wir werden unser Leben weiterleben, auch wenn das nicht erfolgreich ist. Aber es wird erfolgreich.
>> Klaus: Wenn man dich googelt und das wird vielleicht die eine oder andere Zuhörerin und der eine oder andere Zuhörer machen, dann sieht man ja, dass du durchaus nicht nur unternehmerischen, sondern am Ende auch sehr großen finanziellen Erfolg hattest. Sprich, du müsstest all das ja gar nicht mehr tun, was du hier tust. Du bist auch offensichtlich kein Fitnessfreak und mit offensichtlich meine ich jetzt nicht, weil es deine Figur, wir sehen uns hier auch, weil es deine Figur nicht zulassen würde, sondern du hast selber erzählt, dass du kein Fitness Guru warst und auch nicht werden willst. Was treibt dich an? Ist es der Multiplikator? Ist es hurra, ich habe 100 Standorte eröffnet? Ist es hurra, ich habe eine Nische besetzt. Ist es Hurra, ich bin auch noch mal im Franchise erfolgreich. Ist es Hurra, ich bin ganz deutschlandweit erfolgreich mit vielen Nadeln, die du auf einer Landkarte hinter dir in deinem Büro hineinsteckst. Was ist es, was motiviert jemanden wie dich.
>> Holger Temme: Möchte vielleicht kurz relativieren, selber nicht Fitness begeistert? Ja, selber nicht begeisterter klassischer Fitnessstudiogänger. Wahrscheinlich aus ähnlichen Gründen, wie vorhin schon angesprochen. Ich war schon Mitglied in einem Fitnesscenter, wo ich jung war. Zusammen mit einem meiner Gründer sind wir gemeinsam gegangen, als wir Anfang 20 waren. Eher Sportstudent, wir beide sportbegeistert, aber nicht zwangsläufig in das klassische Studio. Genau dieses Umfeld ist nicht das, was gepasst hat. Dann vielleicht auch noch eine persönliche Geschichte. Ich war dann auch Mitglied eines, ich nenne es jetzt mal Boutique Fitnessstudios. Es gab eine Zeit, wo ich sehr passionierter Mountainbiker war, so verrückte Sachen gemacht, wie über die Alpen drüber gefahren, die Fahrräder über die letzten Spitzen drüber getragen. Also es ist teilweise schon extrem geworden. Also Fitness begeistert, ja, aber eben nicht das Studio. Es hat mich dann zum Beispiel auch dazu geführt, dass ich, wo ich beruflich sehr, sehr viel in Berlin war, als wir da ein Startup gehabt haben, bin ich in so ein Full Body Spinning Studio gegangen. 30 Leute in einem kleinen schwarzen Raum, Musik auf 120 Dezibel und 100 Beats per Minute und vorne ein Trainer, der einen angebrüllt hat und wir sind das Ding rauf und runter geradelt. Ich bin da fit reingegangen. Meine erste Session habe ich keine 15 Minuten ausgehalten. Brutal. Also wirklich ein echt heftiges Hit Training, wo selbst nach einem halben Jahr dreimal in der Woche Besuch mein Puls 50 Minuten lang irgendwo zwischen 170 und 180 war. Also krasses Training, das alles, ja, aber so dieses klassische Studio hat mich nie gereizt und das war das nächste. Ich selber kann mir vorstellen, in sowas zu gehen und deswegen habe ich einen Bezug zu dem Produkt. Das hat mich aber nicht dazu geführt, es zu machen, sondern es ist ein Beiwerk, um das mal so auszudrücken. Was hat mich dazu gebracht? Ja, du hast jetzt angesprochen, wenn jemand googelt, dann hat er festgestellt, dass ich mit vor circa drei Jahren einen Exit mit meinem Softwareunternehmen gemacht habe und im Endeffekt mit 50 jetzt die Möglichkeit hatte, das zu tun, was ich als nächstes einfach machen möchte. Und ich war dann auch vier Wochen zu Hause und habe nichts getan und das war keine gute Idee. Von daher musste ich wieder was Neues machen. Und ich hatte ganz am Anfang, ich glaube es war die allererste Frage, Welche Erläuterung bin ich da draufgekommen? Es waren Zufälle, es war kein Masterplan dahinter, es war etwas, wo ich sehr schnell Lust drauf bekommen habe. Und die Dinge sind so zusammengefallen, spricht auch wieder so ein bisschen meinem Wesen, entspricht so meinem Wesen, die Dinge nicht zu planen, sondern einfach auch sie so anzugehen, wie sie kommen. Und das hatte ich ja vorher gesagt, Unser Ziel ist es auch Spaß zu haben da drin. Und das ist genau das, was wir haben. Und um das geht es im Endeffekt. Also ich kann eigentlich relativ entspannt dieses Ding hier aufziehen, dabei Spaß haben und aller Voraussicht nach Knock on Wood auch noch mal Erfolg haben.
>> Klaus: Lieber Holger, vielen Dank. Jetzt wissen wir, wie circlefit Deutschland in deinem Kopf entstanden ist. Wir durften ein bisschen erleben, wie so die Verhandlungen, die Gespräche gelaufen sind, die dich dann dazu gebracht haben, es tatsächlich umzusetzen. Ich freue mich schon jetzt auf die nächsten Folgen, alles in Mehrzahl. In der nächsten Folge schauen wir uns dann im Detail Wie findet man seinen ersten Standort, wie kriegt man die Kohle für diesen ersten Standort her? Denn du möchtest das ja nicht alles aus deinem Nachkastl oder den Vorräten unter dem Kopfpolster finanzieren. Wo findet man Handwerker dafür, wo findet man die Smart Crew? Wie läuft das alles ab? Holger, ich bin gespannt und sag nochmal vielen Dank für deine Zeit.
>> Holger Temme: Danke auch, Klaus. Bis zum nächsten Mal.